Es gibt Ideen, die kurz aufflackern und wieder verschwinden. Und es gibt jene, die bleiben. Yadegar Asisi hat es einmal treffend formuliert: Wenn dich eine Idee zwei Wochen lang begleitet, lohnt es sich, ihr zu folgen. Wenn sie ein halbes Jahr lang bleibt, musst du sie umsetzen.
So begann meine Apfelserie im November 2025.

Über viele Monate hinweg sammelte ich Bilder, Gedanken und kleine Fundstücke rund um den Apfel. In meinem Atelier wuchs daraus eine ganze Wand: Skizzen, Farbstudien, Fotografien, Notizen. Ein stilles Mosaik, das sich langsam verdichtete. Die Symbolik des Apfels hat mich festgehalten – Verführung und Erkenntnis, Fülle und Fruchtbarkeit, Wohlstand, Macht, ewige Jugend und der Zankapfel, der trennt und verbindet.
Doch mich interessiert nicht nur das Symbol. Mich interessiert, was darunter liegt.

Wenn ich im Atelier sitze, das Papier vor mir, der Geruch von Holzstiften und Öl in der Luft, suche ich nach den Geschichten einzelner Menschen. Nach Momenten zwischen zwei Personen oder innerhalb einer Gruppe. Der Apfel wird dabei zum stillen Begleiter, ein Stück Natur im Hintergrund, das eine zusätzliche Bedeutungsebene öffnet. Er macht sichtbar, was sonst leicht übersehen wird: feine Spannungen, stille Nähe, ein Echo von etwas Persönlichem.
